Kreuzbund: Selbsthilfe- und Helfergemeinschaft für Suchtkranke und Angehörige.  -  www.kreuzbund-kaarst.de
(Bild: Sucht im Alter)

Sucht im Alter

Kennen Sie das ?
Ein älterer Mensch in Ihrem Umfeld

nimmt Alkohol und/oder Medikamente zu sich, weil er unter einer ernst zu nehmenden Krankheit leidet oder den Tod seines (Ehe)-Partners nicht verkraftet.

versucht das Ausscheiden aus dem Arbeitsprozess und den damit verbundenen Verlust von Gesprächsmöglichkeiten und vertrauten Beziehungen immer häufiger mit Suchtmitteln auszugleichen.

greift verstärkt zu Alkohol und/oder Medikamenten, weil er unter fehlenden Lebensperspektiven leidet und ihm sein eigenes Leben sinnlos oder überflüssig erscheint.

Nehmen Sie Ihre Wahrnehmungen ernst !

Bis vor wenigen Jahren war man der Ansicht, dass Sucht im Alter als Rarität anzusehen sei. Suchtkranke Menschen hätten eine verminderte Lebenserwartung, sie würden oft nicht alt und der Alkoholkonsum z.B. gehe im Alter zurück.

Alkohol

Alkoholmissbrauch:
Nach aktuellen Untersuchungen betreiben in der Altersgruppe über 60 Jahren 10-20% der Männer und 5-10% der Frauen Alkoholmissbrauch.

Alkoholsucht (Abhängigkeitssyndrom):
besteht bei 2-3% der über 60-jährigen Männer und bei bis zu 1% der über 60-jährigen Frauen.

Schlaf- und Beruhigungsmittel

Es ist zu befürchten, dass insbesondere in diesem Bereich ein erheblicher Missbrauch betrieben wird. Im Alter steigt nicht nur der Medikamentenkonsum, sondern auch der Bedarf. Es ist daher im Einzelfall zu unterscheiden, ob Medikamente indikationsgerecht angewandt und bestimmungsgemäss verbraucht werden, oder ob eine Abhängigkeit zugrunde liegt.

Illegale Drogen

Illegale Drogen sind derzeit für ältere Menschen noch kein Thema.

Was können Sie tun ?
Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit sind auch im Alter gut zu behandeln, wenn der Betroffenen Hilfe annimmt.
Alkohol- und Medikamentenabhängige, die abstinent leben, bedauern meist, dass sie nicht schon sehr viel früher durch ihr Umfeld zum Handeln aufgefordert wurden.

Durch Ihr Verhalten können Sie dazu beitragen, dass der ältere Mensch den Teufelskreis der Sucht durchbrechen kann. Häufig sind es Personen aus dem Umfeld von Suchtkranken, die zuerst Hilfe suchen.

Für Sie bedeutet das: Unangebrachtes Verhalten nicht weiter hinzunehmen.
Bringen Sie Ihre Sorge um den Anderen zum Ausdruck. Benennen Sie die Tatsachen und sagen Sie, was nicht stimmt.

Sprechen Sie mit dem Betroffenen - nicht über ihn !
 

Wo finden Sie Hilfe ?

Sie stehen nicht allein vor dem Problem: Tipps im Umgang mit Suchtkranken können Sie in Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen erhalten.

In Deutschland gibt es ein erfolgreiches flächendeckendes Hilfesystem für Suchtkranke. Auch Sie als Angehöriger oder Pflegeperson eines älteren Menschen können sich diskret und kostenlos beraten lassen.

Rufen Sie uns an, sprechen Sie mit uns !


Sie erreichen uns per eMail unter wolla.hebing@ish.de oder unter Tel. 02131 - 130308.