Kreuzbund: Selbsthilfe- und Helfergemeinschaft für Suchtkranke und Angehörige.  -  www.kreuzbund-kaarst.de
(Bild: Tabletten)

wann droht Abhängigkeit ?

Hier finden Sie stichpunktartig die wichtigsten Infos zum Thema "Medikamentenabhängigkeit" in Tabellenform.

Welche Medikamente können abhängig machen ?


Beruhigungs- und Schlafmittel (vor allem Benzodiazepine), diverse Schmerzmittel sowie bestimmte Anregungsmittel und Appetitzügler.
 

Welche Mittel machen nicht abhängig, sind aber wegen der körperlichen Gewöhnung gefährlich?

Abführmittel, Entwässerungsmittel, Asthmamittel, Nasentropfen

Wann liegt eine Medikamentenabhängigkeit vor ?


Experten folgen der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und sprechen von Abhängigkeit, wenn binnen eines Jahres drei oder mehr der folgenden Symptome vorhanden waren:
 


- starker Wunsch oder Zwang zum Konsum von
  Medikamenten
- Kontrollverlust - der Patient kann die Einnahme von
  Tabletten nicht mehr selbst steuern
- Entzugssymptome, wenn das Medikament abgesetzt
  oder deren Einnahme reduziert wird.
- Toleranzentwicklung und Wirkungsverlust - die
   betroffene Person braucht eine immer höhere Dosis,
   um etwas zu spüren, oder die Symptome kehren
   wieder, obwohl die gleiche Menge Tabletten
   eingenommen wird.
- Beschaffung und Einnahme der Medikamente stehen an
  erster Stelle und verdrängen andere Interessen.
- anhaltender Konsum trotz bekannter schädlicher Folgen
 

Wann spricht man im Vergleich zur Abhängigkeit von Missbrauch ?


Das Medikament wird, ohne dass eine medizinische Notwendigkeit vorliegt, in hoher Dosierung und länger als auf dem Beipackzettel empfohlen, eingenommen. 
 

Warum sind deutlich mehr Frauen als Männer betroffen ?


Frauen leiden häufiger unter psychischen Beschwerden wie Schlaf- oder Angststörungen, Depressionen und Schmerzen, die ursprünglicher Anlass für die Verschreibung sind. Die Krankheit legitimiert dann den Konsum.
 

Was können Angehörige tun ?


Angehörige könne zwar vorsichtig das Thema ansprechen und Unterstützung anbieten. Die Entscheidung, etwas gegen die Abhängigkeit zu tun, liegt allein bei der betroffenen Person.
WICHTIG: Medikamente nie abrupt absetzen und unbedingt einen Arzt hinzuziehen.
 

Wer hilft ?


Beratungsstellen und Kliniken in jeder grösseren Stadt: Adressen gibt es in den "Gelben Seiten", bei der DHS, Telefon 02381 / 90 15 0, sowie bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Telefon 0221 / 8 99 20.
 


                                                                                  aus FRAU im Spiegel Nr.2 vom 02.01.2004

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